Dante Netzwerk-Audio

Die Art, wie wir Audio-Equipment miteinander verbinden, hat sich seit den technologischen Anfängen kaum geändert. Jedem Audio-Signalpfad steht ein eigenes Kabel gegenüber, das zwischen zwei Geräten verläuft und diese miteinander verbindet. Auch Telefon-Systeme funktionierten jahrzehntelang nach diesem Prinzip: Der physikalische und der logische Pfad erforderten ein Kabel. Will man Änderungen oder Erweiterungen an einem System vornehmen, erfordert das schnell entsprechenden Aufwand und oft hohe Kosten.

Mit dem Aufkommen von digitalen Audio-Netzwerken, die man auch „Audio-over-IP“ oder eingedeutscht „Audio-über-IP“ nennt, konnte man genau diesen Aufwand und die damit verbundenen Kosten reduzieren, indem man den logischen und den physikalischen Pfad voneinander trennt. Ein einzelnes Netzwerkkabel oder ein Glasfaserkabel kann nun viele Pfade – oder Kanäle, um im Audio-Jargon zu bleiben – übertragen, was dafür sorgt, dass die Infrastruktur sehr viel einfacher und damit günstiger ausfallen kann. Auch die Installation von Kabel verbraucht entsprechend weniger Zeit und oft sind Netzwerkkabel in Gebäuden schon vorhanden, sodass bauliche Maßnahmen gar nicht oder nur in geringem Umfang erforderlich werden. Am einen Ende des Netzwerks erfolgt die Verbindung zu einer oder mehreren Musik-Arbeitsplätzen oder DAWs und am anderen Ende oder beliebigen Zwischenpunkten können die benötigten Interfaces eingefügt werden, um analoge und/oder digitale Ein- und Ausgänge am jeweils benötigten Ort bereitzustellen. Damit entfällt die Notwendigkeit, viele einzelne Analog-Kabel oder Multicore-Kabel zu verlegen, da die Audio-Signale auf digitalem Weg zwischen den verschiedenen Orten transportiert werden.

Dante, entwickelt von der australischen Firma Audinate, ist ein erprobtes und getestetes Digital-Audio-Netzwerk mit ultra-geringer Latenz, das auf Ethernet und IP-Technologie basiert, also international anerkannten Standards. Im Live-Bereich sind Dante-Netzwerke schon seit Jahren im Einsatz. Dante ist das, was man unter dem Namen Layer-3-Protokoll kennt und nutzt Standard-Hardware und Infrastrukturen, sodass keine speziellen Switches oder andere Komponenten notwendig sind. Zudem ist das System mit dem AES 67 Audio-Netzwerk-Standard kompatibel. Damit ist es möglich, Audio-Signale überall dort verfügbar zu machen, wo diese benötigt werden. Perfekt, um Live-Konzerte aufzunehmen oder Signale an andere Stellen zu schicken, aber auch, um vorher nur schwer mit Audio zu versorgende Bereiche einfach und kostengünstig zu erreichen.

Dante ist das Audio-Netzwerk-System, das in Focusrite Produkten wie der RedNet-Series und Red 4Pre Multi-Standard-Interface zum Einsatz kommt.


Mehr Luft mit Air

Die Red-Evolution-Mikrofon-Preamps der Red-Serie bieten mit der Air-Funktion eine weitere Besonderheit, denn auf Basis einer analogen Schaltung wird der Klang der Übertrager-basierten ISA-Vorverstärker-Klassiker von Focusrite nachgebildet.

'Air' modelliert den klangbildenden Effekt, den die klassischen ISA-Übertrager haben, indem ein authentisches Analog-Modell der originalen Preamp-Schaltung verwendet wird. Dabei durchläuft das Signal drei Ebenen: zuerst die passende Übertrager-Impedanz, gefolgt von einem linearen Gain-Bereich und am Schluss ein passiver Frequenz-Shaping-Bereich, mit kräftigem Tieffrequenzbereich und lebendiger Höhenwiedergabe. Damit wird der Effekt nachgebildet, den Focusrite-Anwender als den klassischen 'Air'-Sound ihrer Original-Geräte benennen.

Parallel-Pfad-Wandlung

Schon seit Jahrzehnten bauen wir Digital-Audio-Wandler in Mastering-Qualität und die Wandler, die in der Red-Serie zum Einsatz kommen, sind die besten, die wir jemals gebaut haben. Für diese Wandler haben wir echte Präzisions-Hochleistungs-Chips ausgewählt. Die Red-Reihe bietet zudem ein Feature, das wir „Parallele-Pfad-Summierung“ nennen. Dazu nutzen wir zwei Wandler-Chips in paralleler Schaltung und summieren die Ergebnisse. Damit erreichen wir eine 6-dB-Anhebnung des Signalpegels (wenn die beiden Signale in Phase sind), während die Nebengeräusche nur um 3 dB im Pegel angehoben werden (da die Phasenauslöschungen nur in 50 % der Zeit auftreten). Das hat am Ende also eine Verbesserung des Geräuschspannungsabstands um 3 dB zur Folge.

Aber auch durch die Auswahl von Premium-Komponenten, ein optimiertes Schaltungsdesign und ein perfektes Platinen-Layout konnten wir die Performance steigern. Wir haben dabei nicht nur der digitalen Ebene viel Aufmerksamkeit geschenkt, sondern auch dem analogen Teil. Durch die Verwendung von Multilayer-Platinen mit internen Masseschichten und die räumliche Trennung von analogen und digitalen Schaltungsbereichen, konnten wir das Nebengeräuschverhalten verbessern.

Red 4Pre bietet eine ausgewogene Mischung aus verschiedenen Aspekten, inklusive Dynamikumfang, Verzerrungen, Nebengeräusche und Wandler-Latenz, um so den besten Klang zu ermöglich. Die Haupt-Ein- und Ausgänge arbeiten mit ≤ 0,0009 % THD+Noise und überzeugen durch einen linearen Frequenzgang von 20 Hz bis 35 kHz mit ± 0,25 dB oder besser. Auch der Dynamikumfang begeistert mit 118 dB (A/D) und 121 dB (D/A). Red 4Pre arbeitet mit Standard-Sample-Raten von bis zu 192 kHz und mit 24 Bit – ideal für die Arbeit mit hochauflösenden Audio-Signalen. Da wir die Werte unserer Geräte im am Gesamtsystem selber messen, kann man sich darauf verlassen, dass diese auch im praktischen Einsatz erreicht werden. Wir verzichten lieber darauf, die theoretisch möglichen Werte aus den Datenblättern der Chip-Hersteller anzugeben, um einen Nebengeräuschpegelwert zu haben, den man in der Praxis ab einem bestimmten Pegel gar nicht mehr hört. Für uns ist der echte THD-Wert viel wichtiger.

Hochauflösende Audiosignale (HAS)

Wenn wir von „hochauflösenden Audiosignalen“ (HAS) sprechen, meinen wir generell Aufnahmen, die mit 24 Bit und 96 kHz (oder 88,2 kHz) oder besser gemacht wurden. Alle Focusrite-Interfaces erfüllen diese Spezifikationen. HAS wird immer beliebter, seitdem Musik-Streaming-Angebote und Download-Portale Musik in hoher Auflösung anbieten. Hohe Sample-Raten sind zudem der beste Weg, um Musik für die Zukunft zu archivieren. Zukünftige Wiedergabesysteme werden ohne Zweifel noch mehr Möglichkeiten bieten, als die Geräte von heute. Wer schon heute in der höchstmöglichen Qualität aufnimmt sorgt dafür, dass die Hörer in der Zukunft ein besseres Musikerlebnis bekommen.

Weitere Infos über den Zusammenhang von höheren Sample-Raten gibt es auf Focusrites Seite über präzise Wandlung.

Red 8Pre Latency Table

Round Trip Latency* (ms) tested at 96kHz on macOS Sierra 10.12.6 and Mac Pro

Buffer Size Reaper 5 Logic Pro X Cubase 9 Pro Tools 11 Pro Tools 12 Pro Tools HD Native Ableton Live 9
32 1.67 1.71 1.70 n/a n/a n/a 2.04
64 2.33 2.40 2.37 3.02 3.02 1.96 2.37
128 3.67 3.70 3.70 5.01 5.15 3.33 3.70

Round Trip Latency (ms) tested at 48kHz on macOS Sierra 10.12.6 and Mac Pro

Buffer Size Reaper 5 Logic Pro X Cubase 9 Pro Tools 11 Pro Tools 12 Pro Tools HD Native Ableton Live 9
32 2.60 2.75 2.67 3.29 3.29 2.46 3.34
64 3.92 4.00 4.00 5.27 5.25 3.85 4.0
128 6.42 6.70 6.67 7.93 7.92 6.48 6.67

Red 4Pre Latency Table

Round Trip Latency* (ms) tested at 96kHz on OS 10.11 and Mac Pro

Buffer Size Logic Pro X Cubase Pro 8 Pro Tools 12 HD Native Pro Tools 12 Pro Tools 11 Ableton Live 9 Reaper 5
32 1.67 1.67 n/a n/a n/a 2.09 1.68
64 2.34 2.34 1.88 3.03 3.00 2.42 2.34
128 3.67 3.68 3.21 5.03 5.00 3.75 3.68

Round Trip Latency (ms) tested at 48kHz on OS 10.11 and Mac Pro

Buffer Size Logic Pro X Cubase Pro 8 Pro Tools 12 HD Native Pro Tools 12 Pro Tools 11 Ableton Live 9 Reaper 5
32 2.58 2.59 2.38 3.25 3.27 3.42 2.61
64 3.91 3.93 3.71 5.26 5.26 4.08 3.94
128 6.58 6.60 6.38 7.92 7.93 6.75 6.60

*Logic Pro X @ 96kHz, 32-sample buffer