Durchsetzungskraft für den Mix: Miles Walker und Red 1 500s

10/06/2014

Der Weg vom Tape-Operator zum Mischer ist lang und die meisten erfolgreichen Toningenieure haben mehr als zehn Jahre gebraucht, um ihr Können im Studio zu optimieren. Miles Walker, der gerade seinen vierten Grammy gewonnen hat, war schneller, wenngleich auch er sagt: „Noch vor fünf Jahren konnte ich nicht wirklich mischen und hatte meinen Sound noch nicht genügend entwickelt.“ Zu dieser Zeit half er Sean Garrett, der gerade an einigen Hits arbeitete, darunter Beyonces ‘Diva’ und ‘Break Up’ von Mario.

Während seiner Zeit mit Garrett kam er bei einer Session mit Chris Brown mit dem norwegischen Produzenten-Dou Stargate in Kontakt. „Sean wollte, dass ich mich bei der Session um die Vocals kümmere und so habe ich beim Mischen eng mit Tor und Mikkel [Stargate] zusammengearbeitet, was wirklich klasse war. Wir haben sofort festgestellt, dass Mikkel und ich sehr ähnlich arbeiten und am Ende der Session fragten mich die beiden, ob ich ihnen in Zukunft helfen könnte, wenn sie Bedarf haben.“

Seit dem hat er den Sound von ungezählten Alben geprägt, die mit Preisen ausgezeichnet wurden. Für Beyoncés „I am… Sasha Fierce“, Ushers “Raymond v. Raymond“ und Rihannas Superhit „Only Girl In the World“ sowie „Firework“ von Katy Perry hat er sogar Grammys bekommen. Mittlerweile ist Garrett auf dem fünften Platz der Billboard-Liste mit den meisten Nr.1-Hits und mit 18 Chart-Erfolgen in sieben Jahren sogar Zweitschnellster hinter Sir George Martin.

Focusrite Miles Walker Red 1 500

Fragt man Walker nach dem Geheimnis seines Erfolgs, führt er seine Neugier auf neue Sounds an: „Ich arbeite permanent an meinen Sound und bin immer auf der Suche nach neuen Klängen. Ich stelle fest, wie sich das entwickelt und wie es meine Musik verändert. Ich bin gerne sehr modern und ich stehe total auf Vocals. Klare, detailreiche Stimmen, das ist genau mein Ding und ich gebe mir immer ganz besonders viel Mühe, um meine Mixe wirklich perfekt klingen zu lassen.“

Doch unabhängig von dieser besonderen Vorliebe legt er sein Hauptaugenmerk darauf, dass der Mix genau zum jeweiligen Song passt. „Ich versuche immer, den Mix zu liefern, den der Song verlangt und nicht nur zu tun, wonach mir selber gerade ist. Songs haben eine ganze eigene Form, die durch deren Stimmung und den Text geprägt wird und ich möchte das mit meinem Mix ergänzen.“ Genau deswegen stellt er sehr sorgsam seine Effekte zusammen und entscheidet sich für die EQs, die zu einem Song am besten passen. „Wenn alles zusammenpasst, bekommt der Hörer viel mehr Informationen aus einem Song und genau das ist es doch, was ein großartiger Mix tun sollte.“

Vor kurzem hat er sein Effekt-Rack um ein Paar Focusrite Red 1 500 Mikrofon-Preamps erweitert, mit denen er verschiedene Elemente im Mix hervorhebt. „Ich nutze meine Red 1 500er gerne auf Stereo-Spuren, um dem Klang mehr Definition zu geben. Das ist ein bisschen, als würde man einen subtilen passiven EQ verwenden. Es sorgt dafür, dass Signale sich viel besser im Mix durchsetzen. Deswegen ist es für mich auch super, ein Paar davon zu besitzen, um auch schon mit Hall und anderen Effekten versehene Stereo-Spuren bearbeiten zu können, damit sie besser im Mix wahrnehmbar werden.“

Sie liefern mir einen Sound, der Signalen mehr Durchsetzungskraft im Mix gibt. 

Für solche Anwendung ist Miles sehr zufrieden mit den wenigen Bedienelementen, die – auch wegen der Reproduzierbarkeit – seine Arbeit bedeutend einfacher machen. „Die gerasterten Gain-Regler sind für mich nicht mehr wegzudenken. Auch dass es keinen Ausgangs-Regler gibt, finde ich klasse, denn das zwingt mich dazu, mehr über den richtigen Eingangspegel und den Aufnahmepegel nachzudenken.“

Focusrite Miles Walker Red 1 500

Unter www.mixedbymiles.com sehen Sie einige Bilder von Miles in seinem beeindruckenden Atlanta-Studio.