Windows 7 für die Arbeit mit Audio optimieren

Folgender Artikel soll Ihnen dabei helfen, die optimale Leistung für die Arbeit mit Audio aus ihrem Windows 7 PC herauszuholen.

Bitte beachten Sie: Es wird davon abgeraten, einzelne Abschnitte zu überspringen, bzw. die genannten Tipps nur teilweise durchzuführen.

Wichtige Information zum ´Liquid Mix´ und der ersten Generation der ´Saffire´ FireWire Audio-Interfaces (Pro10 i/o, Pro26 i/o, Saffire LE und Saffire): Sofern Sie eines dieser Geräte unter Windows 7 verwenden möchten, ist es zunächst erforderlich, die Treiber der FireWire-Karte auf „alt“ („legacy“) umzustellen. Näheres hierüber erfahren Sie unter folgendem Artikel.

Windows 7 Optimierung für Audio

1. Schalten Sie Designs ab
Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf den Desktop und wählen Sie das Menü Anpassen. Scrollen Sie im nächsten Fenster auf die angebotenen Designs und wählen Sie Windows - klassisch.

2.  Schalten Sie visuelle Effekte aus
In der Systemsteuerung können die Leistungsoptionen des Computers eingestellt werden.
Wählen Sie im Menü Visuelle Effekte die Option Für optimale Leistung anpassen.
Sofern ihr Audio-Interface Performance-Probleme, wie beispielsweise Knackser während des Betriebs verursacht, sollte im Reiter Erweitert die optimale Leistung für Hintergrunddienste statt Programme aktiviert werden. So wird beispielsweise den ASIO-Treibern ihres Audio-Interface, welche permanent im Hintergrund aktiv sind, eine höhere Priorität gegenüber den laufenden Programmen eingeräumt.

3.  Schalten Sie die Windows-Systemsounds aus
Wählen Sie in der Systemsteuerung unter Soundschema die Option Keine Sounds aus.

4. Sidebar
In der Windows-Sidebar finden Sie diverse Mini-Anwendungen, die jedoch keine Wichtigkeit auf einem Audio-PC haben und darum deaktiviert werden können. In der Systemsteuerung unter Programme und Funktionen kann zwischen Windows-Funktionen aktivieren und deaktivieren gewählt werden. Schalten Sie hier aus, was für ihre musikalische Arbeit nicht zwingend benötigt wird.

5. Aero Peek
Durch das Deaktivieren der visuellen Effekte wurde ebenfalls Aero-Peek (Desktop-Vorschau) abgestellt. Sofern Sie die visuellen Effekte gerne beibehalten und lediglich Aero-Peek nicht verwenden möchten, können Sie dieses Feature auch separat deaktivieren. In der Systemsteuerung klicken Sie dazu auf die Taskleiste > Startmenü und dann auf Eigenschaften. Aero-Peek kann im folgenden Fenster deaktiviert werden.

6. Bildschirmschoner
Der Bildschirmschoner kann, je nach Komplexität, durchaus wichtige Rechenleistung beanspruchen. Ebenso kann er ihre Aufnahmen stören. Daher ist es durchaus ratsam, lange Verzögerungszeiten (zwischen 10 und 15 Minuten) einzustellen, oder ihn während der musikalischen Arbeit komplett zu deaktivieren.

7. Energiesparplan auf Höchstleistung setzen
Setzen Sie die die Energieoptionen in der Systemsteuerung aus Höchstleistung, um Probleme, die durch Energiesparmaßnahmen verursacht werden, zu beseitigen. Deshalb ist es empfehlenswert, unter Energiesparplaneinstellungen ändern die Zeit für Bildschirm ausschalten auf Niemals zu stellen.

8. Autostart
Entfernen Sie hieraus sämtliche Programme, die nicht permanent benötigt werden. Sie finden den Autostart im Startmenü unter Alle Programme und können die dort aufgelisteten Programme einfach entfernen, indem Sie diese mit der rechten Maustaste anklicken und Löschen wählen.
In der Systemsteuerung unter Verwaltung finden Sie weitere Programme, die nach dem Booten ausgeführt werden. Unter Systemkonfiguration im Reiter Systemstart erhalten Sie eine Übersicht der Programme, die im Hintergrund laufen. Applikationen wie iTunes, Office, Java Update oder Acrobat Reader funktionieren auch ohne Hintergrunddienste und können deshalb bedenkenlos deaktiviert werden.

9. Deaktivieren Sie Firewall, Antivirus-Programme und Spyware
Sofern Sie auf diese Komponenten auf ihrem Audio-PC verzichten können, sollten Sie dies tun. Eingeschaltete Firewalls und Antivirus-Programme greifen in regelmäßigen Abständen auf den Prozessor zu und verbrauchen somit wertvolle Ressourcen, die mit unter für eine störungsfreie Audio-Wiedergabe benötigt werden.
Klicken Sie hierzu auf Start und anschliessend auf Systemsteuerung. Geben Sie im Suchfeld Firewall ein und klicken Sie dann auf Windows-Firewall. Wählen Sie Windows-Firewall ein- oder ausschalten, um diese zu deaktivieren und bestätigen Sie ihre Änderung mit OK.
Folgende Geräte können ebenfalls deaktiviert (!!! nicht deinstalliert !!!) werden, um zusätzliche Systemressourcen freizugeben: Netzwerkadapter, WLAN-Karte/WLAN-Stick, Bluetooth, Webcam, Onboard-Soundkarte im Geräte-Manager.

10. Registry-Einträge entfernen
Nicht benötigte Programme sollten Sie grundsätzlich entfernen. In der Systemsteuerung unter Programme und Funktionen kann dies erledigt werden. Verwenden Sie im Anschluss ein Reinigungswerkzeug, wie beispielsweise CCleaner, um überflüssige Einträge in der Registry zu löschen.

11. Trennen Sie USB- und FireWire-Geräte vom Computer
Um herauszufinden, welches Gerät (oder welcher Treiber) für Audio-Probleme verantwortlich ist, sollten zunächst alle anderen USB- und FireWire-Geräte vom Computer entfernt werden. Sofern die Probleme im Anschluss behoben sind, können die Geräte nach und nach wieder angeschlossen werden. Sollten bestimmte Probleme nach dem Anschliessen eines bestimmten Geräts erneut auftreten, erkundigen Sie sich bitte auf der Webseite des Herstellers, ob ein Treiber- oder Firmware-Update verfügbar ist. Eine häufige Ursache für Aussetzer im Zusammenhang mit USB Audio-Interfaces ist eine ungenügende Stromversorgung durch den USB-Anschluss. Oftmals sind auch zu viele Geräte mit dem selben USB Root Hub verbunden. Testen Sie daher verschiedene USB-Anschlüsse und überprüfen Sie, ob ein anderer unter Umständen bessere Ergebnisse liefert.

12. Deaktivieren Sie die Energiesparoptionen der USB-Anschlüsse
Dies können Sie im Geräte-Manager unter Start > Systemsteuerung vornehmen. Klicken Sie hierzu mit der rechten Maustaste unter USB Controller auf einen beliebigen ´USB Root Hub´ und wählen Sie den Punkt Eigenschaften. Entfernen Sie unter Energieverwaltung das Häkchen bei Computer kann das Gerät ausschalten, um Energie zu sparen. Führen Sie diesen Schritt nun für jeden weiteren ´USB Root Hub´ durch.

13. DPC Latency Checker und LatencyMon
Es kann zuweilen schwierig sein, die genaue Ursache für Performance-Probleme herauszufinden, jedoch gibt es im Internet einige kostenlose Programme, wie zum Beispiel den DPC Latency Checker, die bei der Fehlersuche behilflich sein können. Laden Sie den DPC Latency Checker zunächst von der Webseite des Herstellers herunter und starten Sie das Programm. Spielen Sie für einige Minuten Musik mit ihrem Audio-Interface ab und beobachten Sie die grafische Darstellung. Sofern Sie lediglich grüne (und vereinzelt gelbe) Balken sehen, eignet sich das System für die Arbeit mit Audio in Echtzeit. Wenn Sie vermehrt rote Balken sehen, nehmen andere Prozesse die CPU des Rechners zu sehr in Anspruch, so dass keine störungsfreie Audio-Performance mehr möglich ist. Der DPC Latency Checker zeigt jedoch nicht an, welche Prozesse genau für die Probleme verantwortlich sind. Hierbei kann jedoch das Programm LatencyMon helfen, welches Sie ebenfalls kostenlos herunterladen können. Starten Sie LatencyMon und klicken Sie auf das grüne ´Play´-Symbol, damit eine Analyse der aktiven Prozesse durchgeführt werden kann. Lassen Sie das Programm ebenfalls für einige Minuten arbeiten, während parallel dazu ihr Audio-Interface Musik abspielt. Werte unterhalb einer Millisekunde sind für gewöhnlich unproblematisch, wobei Werte oberhalb einer Millisekunde wiederum zu Aussetzern und Knacksen führen können. Diese Prozesse sollten dann gegebenenfalls deaktiviert werden.

14. BIOS und Chipsatz-Treiber-Update
BIOS steht für „Basic Input Output System“. Es handelt sich hierbei um ein Mini-Betriebssystem, welches auf dem Chip des Mainboards läuft und die Zusammenarbeit der einzelnen Komponenten des Mainboards kontrolliert. Um die Leistung ihres Audio-PC optimal auszuschöpfen, sollte das BIOS immer auf dem aktuellsten Stand sein. Erkundigen Sie sich deshalb auf der Webseite des Herstellers ihres Computers, ob ein Update hierfür verfügbar ist. Das Gleiche gilt auch die Chipsatz-Treiber. Besuchen Sie diesbezüglich ebenfalls die Webseite des Herstellers, um in Erfahrung zu bringen, ob diese einem Update unterzogen werden können. Die jeweilige Installationsanleitung sollten Sie auf der entsprechenden Webseite finden.

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Folgender Artikel unserer Answerbase hilft Ihnen dabei, Verbindungs- und Performance-Probleme mit USB Audio-Interfaces zu beheben.

In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie eine stabile USB-Umgebung herstellen können.

Falls Sie Probleme mit einem ´Saffire 6 USB´ (1.1) an einem Windows 7 PC haben sollten, kann folgender Artikel für Sie hilfreich sein.

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Sofern Sie auch nach der Umsetzung der oben genannten Tipps noch Probleme oder weitere Fragen zu diesem Thema haben sollten, setzen Sie sich bitte mit unserem technischen Support in Verbindung.